Ihre Musik könnte gegensätzlicher nicht sein, und dennoch gibt es Verbindendes zwischen Robert Schumann und Bernd Alois Zimmermann: Für beide war die Musik Zufluchtsort und Gegenentwurf zu einer zunehmend entfremdeten Umwelt. In drei Konzertprogrammen spüren die Berliner Philharmoniker Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Œuvre beider Komponisten nach.
Jahrelang rang Johannes Brahms um die Form der Symphonie. Der Schatten Beethovens schien ihm zu übermächtig. Als er 1876 schließlich seine Erste Symphonie der Öffentlichkeit präsentierte, war der Bann gebrochen und Brahms avancierte zum wichtigsten Symphoniker seiner Zeit. Gleichzeitig wurde sein dichter, kontrapunktische Stil von der Musikwelt als Gegenpol zu der überbordenden Musiksprache Wagners gefeiert.
Er ist der Vater der Symphonie: Joseph Haydn ebnete in dieser Gattung mehreren Generationen von Komponisten den Weg. Einzigartig sind seine melodische und harmonische Erfindungskraft sowie sein musikalischer Humor. Sich selbst hätte Haydn allerdings weniger als den führenden Instrumental- denn als den großen Opernkomponisten seiner Zeit gesehen.
Zu Lebzeiten feierte man Felix Mendelssohn Bartholdy als »Mozart des 19. Jahrhunderts«, später befand man seine Musik als glatt, kraftlos und unbedeutend, während der Nazi-Diktatur war sie aufgrund der jüdischen Herkunft des Komponisten schließlich gänzlich verfermt, nach 1945 galt sie immer noch als etwas biedermeierlich. Das Mendelsohn-Bild hat sich inzwischen wieder gewandelt. Glücklicherweise. Heute steht fest: Mendelsohn ist ein Klassiker.
Elliott Carter gilt als »grand old man« und »Nestor« der amerikanischen Moderne und gleichzeitig auch als der »unamerikanischste« aller amerikanischen Komponisten. Zunächst als »Neoklassizist« belächelt, fand er in den 1950er-Jahren zu einem Personalstil der richtungsweisend wurde. Die Komponierlust des 100-Jährigen ist nach wie vor ungebrochen.
Sie kommt in der Berliner Philharmonie viel zu selten zum Einsatz, die »Königin aller Instrumente«. Das soll sich nun ändern. Denn mit der neuen Spielzeit rückt die Orgel der Philharmonie nun stärker ins Rampenlicht - in vier Orgelmatineen mit Almut Rößler, Barry Jordan, Stefan Engels und Wolfgang Seifen.
Der kulturelle Dialog geht weiter: Musik aus Orient und Okzident an einem Konzertabend - das ist die Idee der in der letzten Saison eingeführten Konzertreihe. In den fünf Konzerten dieser Spielzeit geht es um Instrumente, jeweils ein türkisches Instrument trifft auf sein europäisches Pendant.
The art of song as practised by composers as varied as Edvard Grieg, Franz Schubert, Jean Sibelius, Benjamin Britten and Richard Strauss will be featured in this season’s Philharmonic recitals. The singers are Soile Isokoski, Matthias Goerne, Susan Graham and Ben Heppner. In addition, there will be a workshop with Thomas Quasthoff, curator of this series.
Neben der wunderbaren Mitsuko Uchida, Pianist in residence der Saison 2008.2009, kommen noch weitere namhafte Tastenzauberer in den Kammermusiksaal der Philharmonie: András Schiff, der seinen in der vorletzten Spielzeit begonnenen Beethoven-Zyklus fortsetzt, sowie Murray Perahia und Pierre-Laurent Aimard, zwei langjährige und regelmäßige Gäste der Berliner Philharmoniker.